Darum fürchten heutzutage so viele Frauen die Mutterschaft
Betreff: Ist es verantwortungsbewusster kein Leben zu schenken?
Sehr geehrter Herr Dr. Bonelli,
Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Sie mein Anliegen in einem YouTube Video etwas bearbeiten werden. Ich versuche mein Glück.
Vorab vielen Dank für die enorm hilfreichen Videos, welche für mich in vielen Situationen/Lebensbereichen bereits unglaublich unterstützend waren.
Meine Situation ist folgende:
Ich leide seit sehr vielen Jahren an einer ausgeprägten spezifischen Phobie, die sich, neben der Panik in der speziellen Situation, auch in Zwangshandlungen (z.B Desinfektionszwang, Einmalhandschuhe im Alltag benutzen) äußert.
Diese spezifische Phobie/Angststörung ist leider noch immer sehr unbekannt. Sie nennt sich Emetophobie.
Es handelt sich nicht um eine generalisierte Angststörung, die ja in sämtlichen Situationen auftreten kann.
(Ich war bereits in mehreren Kliniken und habe einige Therapien hinter mir)
Mehr oder weniger werde ich wohl damit leben müssen (was man mir auch so gesagt hat), und das gelingt mir auch ziemlich gut. Ich habe meine ‚Helferlein‘ im Alltag, und habe mich wirklich gut damit arrangiert. Ich bin trotzdem ein sehr glücklicher Mensch kann ich sagen. Habe eigentlich immer gute Laune :).
Ich schreibe (Kinder) Bücher und bin auch ansonsten im Leben mit allem rundum zufrieden. Kein Fremder draußen, würde meine psychische ‚Spezialität‘ bemerken können. Das bekommt man nur mit, wenn man mich sehr gut kennt. Ich habe mich sozusagen auf die bestmögliche Treppenstufe gearbeitet, auf der ich in meiner Situation stehen kann.
Nun kommt das eigentliche Problem, dass mich seit mittlerweile 5 Jahren so sehr quält (von innen auffrisst), dass ich deswegen immer wieder zusammenbreche, weil ich einfach nicht weiter weiß.
Ich habe seid 5 Jahren einen so enormen Kinderwunsch, dass ich regelmäßig kaum Luft bekomme.
Sie sagen es so schön: ‚Ich möchte mich jemandem schenken‘
Genauso ist es. Ich habe so viel Liebe in mir, die so gerne verschenkt werden würde. Außerdem würde ich gerne ein Leben schenken.
Diese Sehnsucht macht mich total fertig, seid Jahren. Immer wieder breche ich in Tränen aus.
Und gleichzeitig fühle ich mich, als wäre alleine der Gedanke daran absolut lächerlich, da ich nunmal ein spezielles Päckchen mitbringe…
Eine klitzekleine Stimme in meinem Inneren lacht über mich, weil ich mir überhaupt erlaube, darüber nachzudenken.
(Zur Frage bezüglich Vater:
Ich wäre mehr oder weniger alleinerziehend, da mein Mann beruflich sehr oft weg ist.)
Ich weiß nur, dass ich so viel Mama-Liebe in mir trage, dass es schmerzt, sie nicht verschenken zu können.
Ich stehe an einer Abzweigung.
Die eine endet ohne Kind.
Dies ist die Vernunft/Verantwortungs-Abzweigung.
Wäre ich eine schlechte Mutter, weil ich anders funktioniere als die anderen Mamis?
Bin ich ‚ungeeignet‘, weil ich ein paar Helferlein im Alltag brauche?
Darf man auch mit einer speziellen Angst/Panik Mama werden (wenn man sich gleichzeitig psychologische/psychiatrische Hilfe sucht und begleitet wird, alles früh genug mit Ärzten bespricht?)
Kann das funktionieren?
Ich weiß es nicht. Es macht mich so traurig.
Und meine Uhr tickt 🙁
Kann ich mich einem kleinen Menschlein überhaupt zumuten?
Oder wäre es verantwortungsbewusster, kein Leben zu schenken?
Ist die Nichtexistens eines Kindes die bessere Wahl, als ihm das Leben zu schenken, obwohl man selbst ein etwas größeres Päckchen mit sich herumschleppt als andere?
Ich habe auf so Vieles keine Antwort, obwohl ich seid 5 Jahren darüber nachdenke.
Ich bin wirklich an einem Punkt, an dem ich guten Gewissens sagen kann, ich bin absolut verzweifelt.